Vor allem Deutschland und die Niederlande importieren viel Getreide aus Ungarn, in erster Linie Mais und Weizen. Die Ausgangserzeugnisse werden bei GMP+-zertifizierten Betrieben eingekauft, die laut Van Bussel sehr gewissenhaft arbeiten. „Die Prüfungen durch die Auditoren sind in Ordnung."
Vellinga zufolge bietet Ungarn einige Vorteile im Vergleich zu anderen Ländern in Osteuropa. So sagt er: „In der Vergangenheit haben in Ungarn viele landwirtschaftliche Erzeuger aus kostentechnischen Gründen ihre Betriebe freiwillig zusammengelegt. Das hat dazu geführt, dass relativ große Unternehmen entstanden sind. Im Bereich Logistik läuft alles wie am Schnürchen. Große Mengen eignen sich besser für Ankauf und Transport."
Cefetra importiert und exportiert Futtermittel-Ausgangserzeugnisse und hat eine Tochterfirma in Ungarn. Vellingas Aufgabe ist es, die Qualitätspolitik der Cefetra-Mitarbeiter vor Ort zu koordinieren. Über seine Arbeit sagt er: „Mit Großbauern lassen sich bessere Qualitätsvereinbarungen treffen, und auch die Kontrollen gestalten sich einfacher." Ein Großbauer liefert etwa 10 000 Tonnen Mais oder Weizen.
Natürlich ist nicht alles so neu und schön in Ungarn. Vellinga: Aufgrund der logistischen Umstände wie etwa der fehlenden Seehäfen wurde in den vergangenen Jahren viel Weizen als Interventionsgetreide angeboten. Aus diesem Grund kämpft das Land mit einem Mangel an Lagermöglichkeiten, weshalb auch die alten Lagerhallen verwendet werden. Daher ist bei den Kontrollen auf Hygiene und Lebensmittelsicherheit zusätzliche Aufmerksamkeit erforderlich."
Der Transport der Ausgangserzeugnisse aus Ungarn erfolgt vor allem mit (GMP+-zertifizierten) Binnenschiffen über die Donau. Häufig transportieren die Schiffe auf der Rückfahrt Soja aus den Niederlanden. Vellinga: „Vom logistischen Standpunkt aus eine ideale Situation. Dennoch ist auch diese Fahrtroute nicht ohne Probleme. Die Donau ist ein periodischer Fluss, der häufig mit zu hohen oder zu niedrigen Wasserständen zu kämpfen hat. Beides verursacht zusätzliche Kosten. Bei Niedrigwasser muss man kompensieren, weil die Schiffe nicht so viel Ladung mitnehmen können. Und bei Hochwasser muss man für zusätzliche Wartezeiten bezahlen, weil die Schiffe nicht unter allen Brücken hindurch fahren können. Der Fluss kann auch zufrieren, weshalb wir in Zukunft vermehrt Züge einsetzen werden."
