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Tierwohlfutter erfolgreich in der Praxis eingesetzt

Die Probleme mit Tierwohlfutter bei Zuchtsauen sind so gut wie überwunden. Acht Jahre nach Einführung der Pflichtfütterung mit Tierwohlfutter wird es in der Praxis erfolgreich eingesetzt. Der größte Teil des Futterabsatzes für Zuchtsauen besteht aus Spezialfutter mit einem hohen Gehalt an sonstigen organischen Stoffen.

Seit 1998 ist (in der Schweineverordnung) vorgeschrieben, dass Sauen ohne Ferkel ‘eine gewisse Menge Raufutter' erhalten müssen. Dies ist durch Strohfütterung, einem Strohlager oder mit faserreichem Mischfutter möglich. Dieses Mischfutter muss pro Kilogramm mindestens 340 Gramm sogenannte zusätzliche organische Stoffe enthalten.

Diese Verpflichtung führte bei vielen Haltern von Muttersauen zu Problemen. Es stellte sich als schwierig heraus, am Ende der Tragezeit vom Tragefutter auf Geburtsvorbereitungsfutter (in der Fachsprache ‘lacto' genannt) umzustellen. Außerdem kommt es zu mehr Stress bei den Sauen. Diese Tiere erhalten weniger Futter, denn bei unbegrenztem Fressen werden sie zu fett, was zu Fruchtbarkeitsproblemen führt. Das verursacht jedoch Hungergefühle, Stress und abweichendes Verhalten (wie Stangenbeißen und Leerkauen) bei den Sauen.

Dank intensiver Forschung gelang es den Mischfutterunternehmen, die Probleme mit Tierwohlfutter in den Griff zu bekommen. Auch Untersuchungen der Animal Science Group im Auftrag des Marktverbandes lieferten einen Beitrag zur Verhinderung von Hungergefühlen bei den Sauen. Dies gelingt, wenn das Futter ausreichend fermentierbare Fasern enthält. Bakterien setzen die Fasern im Dickdarm in verdauliche Nährstoffe um. So fühlen sich die Sauen länger satt, was Stress verhindert.

Die erforderlichen verdaulichen Fasern stammen aus Grundstoffen wie Weizengries, Sonnenblumenkernen, Sojaschalen und Rübenschnitzeln. "Die Verpflichtung, Tierwohlfutter zu geben kostet Geld und beschränkt unsere Wahlmöglichkeiten bei Futterbestandteilen. Die Zusammensetzung des Futters folgt in gewissen Maße dem Angebot und den Preisen der Grundstoffe", so Albert Schoterman, Ernährungsfachmann beim Futterhersteller Agrifirm.

Die Tatsache, dass das Tierwohlfutter im allgemeinen gut wirkt, bedeutet für Schoterman aber nicht, dass die Forschung jetzt aufhört. "Es gibt immer wieder etwas neues. Schließlich hat man es mit lebenden Tieren zu tun, mit dem Management des Tierhalters und den Schwankungen im (Stall) Klima. Die Mischfutterindustrie forscht weiter für ihre Kunden, die gute Ergebnisse erzielen wollen."

Sein Kollege bei Cehave Landbouwbelang, Jos Michels, sieht ebenfalls einen ständigen Prozess. Michels: "Aber Tierwohlfutter ermöglicht heute Spitzenergebnisse!" Die Absatzzahlen beweisen den Erfolg der Mischfutterindustrie. Tragefutter besteht zum größten Teil aus Tierwohlfutter. Bei Cehave-Landbouwbelang sind es sogar 90 Prozent. Das bedeutet, dass bei Schweinezüchtern zehn Prozent der Sauen auf Stroh liegt oder zusätzlich mit Stroh gefüttert wird.


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